mit 1 fs (fahrradstärke) und weniger durch die wueste
der montag hat ganz furchtbar angefangen, denn schon wieder musste ich einen gaaaanz lieben menschen gehen lassen. Lauras urlaubszeit ist zuende, und ich hab sie heut morgen um halb neun zum busterminal gebracht.
mensch, dass tat mir schon wieder so richtig leid und weh.
Laura, ich hatte mit dir 3 sehr schöne Tage und einen Geburtstag;) Immer wieder gerne!
bis bald!
wir haben uns einfach super verstanden! nun gut, einmal muss jeder gehen, heul schluchz,.. nein so schlimm is nicht, aber schade!
Ich hab mir dann erstmal gemütlich frühstück gemacht und mir einen plan für heute zurecht gelegt. war gar nicht so einfach. aber es verlief wie folgt:
nach dem frühstück, duschen, sachen packen, denn ich musste ja bis 11 uhr unser schönes doppelzimmer hergeben und gegen ein einzelzimmer eintauschen. ja, das is doch ein bissl kleiner, aber trotzdem io. Besser auf jeden fall als dormitorio ( also mehrbettzimmer) und kostet nur 1.30 euro mehr. das geht doch!
so, dies getan ab zum fahrradverleih an der ecke. ja, ich habe mich heute sportlich betätigt! richtig sportlich, den der wind hier im frühling ist unglaublich!
Mit rucksack und Mütze gings los, ohne richtiges ziel aber erstmal los. ich bin richtung pukara de quitor geradelt, denn die strecke wird die ganze zeit von einem kleinen fluss begleitet. fand ich ganz gut, denn orientierung ist nicht immer meine stärke (vorallem hier in san pedro nicht;))
Aufmerksame leser merken, dass ich mit der lina schon einmal in pukara de quitor war. (nachzulesen unter erster tag san pedro mit lina). also nur von weiten betrachtet und dran vorbei. auf diesen 3 kilometern hat ich das erstemal schon richtig zu schnaufen und einen nassen fuss hab ich auch schon davongetragen. ja, hier muss man ständig dieses flüsschen, dieses fiesse kleine flüsschen, ja dieses miststück ist manchmal einfach tiefer als man denkt. und wenn man die pedalen nicht horizontal ausrichtet, sondern die eine oben und die andere unten, na ihr wisst was dann passiert!
ist ja warm hier, also no problem, eher eine erfrischung, aber ärgerlich, wenn dass bereits auf den ersten kilometern passiert. nun schauen wir mal weiter. gleich nach pukara immer dem weg hinterher. ähmm, naja nach 2 minuten war dann mal der weg zuende. sackgasse. oh ne, mensch, mitten in der mittagshitze auch noch sowas.
egal, wieder zurück, den fluss nochmal überquert und weiter. der plan war nach carapate (?) 4 kilometer nach pukara. dort sind laut reiseführer noch mauern aus der inkazeit. schönes ziel also hin da.
radel, schnief, keuch, trampel, schwitz…. so ging das die ganze zeit. und was hat man so gesehen zwischendurch? nichts. doch, aber nichts anderes als sonst auch. das heißt links und rechts hohe felswände und ich in der mitte. nach schier ewiger zeit, ein erstes lebenszeichen, eine minikirche. das wars.
unbeirrt ging es weiter, denn irgendwann muessen doch mal diese mauern auftauchen?!
ok, hier mal wieder den fluss überquert, nach 200 metern wieder zurück auf die andere seite, immer auf der suche nach dem weg und einer guten überquerungsmöglichkeit. ja, das war mal gar nicht so einfach! mit fahrrad von stein zu stein springen, damit man nicht bis zum knie im schlamm versinkt oder ganz baden geht.
aber immer noch nichts zu sehen. an einer stelle, an der ich dacht hier gehts nicht weiter, endlich ein lebenszeichen. 2 menschen aus australien, sassen an der felswand im schatten und schauten ganz hoffnungslos auf den fluss. ich erstmal lieb tag gesagt und gefragt mit leicht sarkastischer stimme, wo den hier der weg ist? das mädel war schon sehr genervt, aber der junge holf mir weiter. ” hosehochkrämpeln, schuhe und socken aus und ab durch die mitte. das wasser sei zwar kalt, aber es gehe schon.
joah, so sicher war ich mir nicht ob ich dadrauf lust hatte, denn ich hab ja schon sooft die flusssseiten gewechselt und zurück muss ich ja da wieder durch. erstmal H2Otemperatur checken. ahhh, eine wohltat. also nichts wie durch kühle nass. noch von der anderen uferseite gewunken und weiter. ja die strecke hat sich auch hier nicht viel geändert. wasser, sonne, gräser, entchen (lina, ich konnt sie nicht fotografieren, denn ich hab sie verscheucht, hihi), weg und nochmal fluss. solangsam hat ich keine lust mehr. ich habe nichts gesehen, keine mauern, kein nichts. nur immerwieder dieser zu überwindende fluss und die hoffnung nach der nächsten kurve etwas zu entdecken.
nach einer raucherpause, die mal ganz gut tat, ha. ich bin doch nicht mehr allein. der australier hat auch die hoffnung nicht aufgegeben diese teufelsmauern noch zu endecken. also zu zweit noch um 4 kurven und dann!!!! NASE VOLL!!!!!
ja, kurzerhand haben wir es aufgegeben und sind zurück. seine freundin war so frustriert, dass sie es gar nicht mehr probiert hat. wir haben uns auf dem rückweg noch kurz verfahren, war halt doch keine abkürzung.
bin gegen 11.30 losgeradelt und wir sind um 14 uhr etwa wieder in der zivilisation gelandet. klingt gar nicht lang, aber mir kam es ewig vor. liegt aber vorallen an der sonne und dem fiesen weg, schlagloch an schlagloch, an fluss, an schlammpampe.
boah, ich fand richtig toll, bis dass wir diese mauern nicht gefunden haben, aber egal, endlich mal wieder was gemacht!! da ich das fahrrad noch bis 19.00 uhr gemietet habe, bin ich erstmal ins hostel. beine lang machen, brötchen mit mandelschokolade und ein apfel essen. ahhh, schatten ist schon eine wohltat.
weil ich mir so dachte, dass kann doch nicht alles sein. hab ich mich nach 2 stunden wieder aufs fahrrad geschwungen. irgendwie muss man sich ja nach 3 tagen nichts, mal wieder auspowern.
welche richtung?! hmmm, valle de la luna. dacht ich. doch schon nach 2sekunden hät ich das erste mal schon umkehren können. mein arsch, ahhhh…. nungut, backen zusammenkneifen und weiter. das 2. mal, lang an einem berg, direkt hinter san pedro führt die strasse gefühlt senkrecht in den himmel und dazu kam noch wind. nicht nur wind sondern wie ein orkan. wenn er von der seite kam hat es mich immer ins schlenkern gebracht, kam er von vorn meist zu stillstand. also hier mal schieben, da mal trampeln was die muskeln hergeben, bis es brennt;)
links richtung eingebogen richtung toconao und nach 2 km wieder zurück. hier auf der strasse war der wind zu krass und man sah auch kein ziel auf 20 km, denn die sicht ist hier ja sehr gut, da wüste. gut, wieder zurück, und doch den berg noch weiter hoch, oben angekommen, wieder runter, und dann sah ich schon den nächsten berg. ahhh, nööööö. mal ganz schnell rechts abgebogen. schild gabs auch, aber ich war zu schnell;) um was lesen zu können. so gings dann weiter zwischen felswänden wie immer, aber diesmal auf sand. is noch schlimmer als schlaglöcher, denn auf sand gehts ja gar nicht mehr vorwärts. als ich schon wieder dachte, hier gibts nur mich und natur, da kam aus der felswand plötzlich ein franzose, der meine sein fahrad heir einfach mal so unangeschlossen stehen lassen zu wollen und zu fuss weiter zu gehen.
gut das risiko war mir zu groß also liefen wir weiter hinein in die felswand, und mein fahrrad freute sich geschoben zu werden. ist schon beeindruckend, da treffen sich 2 europäer, aber die können sich nur auf spanisch verständigen, als gemeinsame basis. oh mein gott. der typ ist auch schon fast ein jahr hier unterwegs, wie die meisten die ich getroffen hab und demzufolge dem spanischen mächtig. dummes ding. ich plapperte manchmal was daher, er tat so oder hat es wirklich verstanden;) dann wieder minuten des schweigens. nach 20 minuten haben wir die ersten touristen getroffen und wir konnten mal fragen wo wir sind. ahhh, valle de la muerte 8 nachzuilesen, vorletzter tag san pedro mit lina) doch diesmal von der anderen seite. also vieeeelll sand. eine düne haben wir erklommen. (ich hab dazu mein fahrrad mal kurz unbeobachtet gelassen) photos hab ich nicht gemacht, kennen wir ja schon.
wir haben dann nochmal einen touriführer gefragt, ob wir den nächsten anstieg noch wagen sollten. doch dieser meinte, neeee. zu windig. kann ich mir vorstellen, denn auf der düne pustete es ja schon ziemlich krass und man hatte wieder dieses angenehme sandpeeling.
ja, so schlimm war es auch nicht, denn es war schon gegen halb sechs. also auf zum rückweg. ja wieder zurück, erstmal zu seinem fahrrad, natürlich mit ein bissl zweifeln, ob es denn auch noch da ist. puh, glück gehabt, war noch da. ich hat auch keinen gepäckträger, so hätten wir laufen müssen. ja eigentlich nur er, aber das wär fiess, glaub ich. egal, rad war ja da.
so jetzt kam das beste. mit rückenwind erstmal den berg hoch, dass ging schon ganz flick, war trotzdem “ein wenig” anstrengend, und dann mit rückenwind den berg runter bis san pedro. eine wohltat!!! ein bissl panik hat ich schon dass die bremsen versagen oder mir ein rad verfliegt oder das ich vergesse, dass direkt ortseingang es nur so von schlaglöchern wimmel. da mit vollspeed durch - unmöglich, da lernt man fliegen;)
aber alles supi!!! keep rolling!!!!
nach dieser anstrengung hab ich mir meine dusche wirklich verdient. ausgetrocknet, von sand übersät (?), und 2 kg noch in den schuhen und leichte kratzwunden von den doofen gräsern, ein paradis diese dusche! nun gab es nur noch abendbrot und 2 bier für mich, feierabendbier;) und ab ins bett. denn morgen hat ich mir noch eine tour gebucht, damit ich hier nicht ganz so versande/sumpfe…
oh es ist ja erst um neun! ah, nicht schlecht. 11 stunden schlafen. ich hab zwar die letzten tage nichts gemacht und das bissl fahrrad fahren war nun auch nicht stress, aber ich bin umgefallen und eingeschlafen. liegt wohl an der sonne, man merkt es so nciht, aber scheinbar macht einen das schon fertig.
schlaft schön ihr lieben, bis morgen!
montag der 24.09.07 san pedro, mit popoaua;)
Laura sagte,
September 25, 2007 um 8:32 Uhr nachmittags
Hallo meine Liebe!! Schön von Dir zu lesen. Ich bin wieder gut, wenn auch fix und alle in Santiago angekommen und “durfte” heute schon wieder arbeiten. Wie ich lese, hast Du Deinen freien Tag trotz Fahrrad(tor)tour gut überstanden. Hat Dein Ausflug heute auch noch geklappt? Es war total schön Dich kennenzulernen, und ich wünsche Dir alles erdenklich gute für Deine Zeit in Arica. Falls Du da mal mit irgendwas Probleme haben solltest, meld Dich, ich habe da eine connection
Ich drück Dich! Lass es Dir gutgehen, ja? - liebe Grüße, Laura
Lina sagte,
Oktober 1, 2007 um 3:43 Uhr nachmittags
Wow, ich bin beeindruckt! Warum machst du so schöne Fahrradtouren ohne mich!!!
Klingt alles sehr fein! Ich muss bald auch fleiig radeln um von meiner Cabaña (mein neues zu Hause) ca. 4,5 km bis zum Zentrum von Puerto Natales zu überbrücken. Heute (Freitagabend 22 Uhr) sitze ich hier trinke Bier und esse Schokolade – zum Eingewöhnen. Drauen pustet ein mega Wind, das ist wirklich unglaublich. Ich glaube, wenn ich jetzt rausgehen würde, flieg ich weg. Das ganze Haus wackelt und es ist irre laut. Da hört man doch gar nicht, wenn jemand einbricht!!!! Ahhhh… Naja mein vermieter ist ex-carabiñero, wohnt nebenan und hat nen hälichen Windhund vor der Hütte. Bei mir vorm Haus steht nur eine riesen Plastikgans! Hi hi… die habe ich allerdings heute früh, wo ich das erste mal bei tageslicht aus dem Klofenster geschaut habe, kurz für „echt“ gehalten und war total schockiert. Statt seitenweise Kommentare könnt ich ja auch ne email schreiben… hmmm nächstes Mal. 